Balkonsanierung mit geringer Aufbauhöhe: Bodenaufbau, Entwässerung und Aluminium-Unterkonstruktion
Bei der Sanierung eines Balkons stehen Planer und ausführende Fachbetriebe häufig vor einem grundlegenden Problem: Für den neuen Bodenaufbau ist nur wenig Höhe vorhanden. Gleichzeitig müssen Abdichtung, Entwässerung, Türanschlüsse, Gefälle, Tragfähigkeit und Oberbelag technisch aufeinander abgestimmt werden.
Besonders anspruchsvoll wird die Planung, wenn ein alter Balkonboden ersetzt, eine bestehende Konstruktion weiterverwendet oder ein möglichst schwellenarmer Übergang zum Innenraum geschaffen werden soll. Eine geringe Aufbauhöhe darf nicht dazu führen, dass notwendige Funktionsschichten entfallen oder Anschlüsse unsachgemäss ausgeführt werden.
Ein modular aufgebautes Aluminium-Bodensystem kann bei solchen Sanierungen eine technisch interessante Lösung darstellen. Es ermöglicht eine präzise Unterkonstruktion und kann je nach Projekt mit Feinsteinzeugplatten, WPC-Dielen oder begehbaren Glasfeldern kombiniert werden.
Weitere Informationen zum Aufbau finden Sie unter:
LOTTERS Aluminium-Bodensystem
Warum Balkonsanierungen technisch anspruchsvoll sind
Ein Balkon ist dauerhaft der Witterung ausgesetzt. Regen, Schnee, Frost, Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen belasten sowohl den sichtbaren Bodenbelag als auch die darunterliegende Konstruktion.
Im Gegensatz zu einer ebenerdigen Terrasse ist der verfügbare Aufbau bei einem Balkon häufig durch mehrere Bauteile begrenzt:
- Tür- und Fensterschwellen
- bestehende Abdichtung
- Balkonplatte
- Brüstung oder Geländer
- Fassadenanschlüsse
- Entwässerungsrinnen und Abläufe
- angrenzende Innenböden
- bestehende Randprofile
- statische Tragfähigkeit
- vorgeschriebene Anschlusshöhen
Bei einer Sanierung muss deshalb zunächst der vorhandene Aufbau untersucht werden. Erst danach lässt sich beurteilen, welche Bauteile erhalten, entfernt, ergänzt oder vollständig erneuert werden müssen.
Bestandsaufnahme vor der Balkonsanierung
Eine fachgerechte Planung beginnt mit einer strukturierten Bestandsaufnahme. Dabei genügt es nicht, nur den sichtbaren Bodenbelag zu beurteilen.
Folgende Fragen sollten geklärt werden:
- Wie ist der vorhandene Bodenaufbau konstruiert?
- Ist die bestehende Abdichtung funktionsfähig?
- Gibt es Feuchtigkeits- oder Frostschäden?
- Sind Risse oder Ablösungen sichtbar?
- Wie wird Wasser derzeit abgeführt?
- Besteht ein ausreichendes Gefälle?
- Wo befinden sich Abläufe und Notentwässerungen?
- Welche Aufbauhöhe steht bis zur Türschwelle zur Verfügung?
- Wie sind Geländer und Randabschlüsse befestigt?
- Welche Belastbarkeit besitzt die Balkonplatte?
- Gibt es Wärmebrücken oder Schäden an Fassadenanschlüssen?
- Müssen einzelne Bereiche später zugänglich bleiben?
Eine rein optische Beurteilung ist häufig nicht ausreichend. Je nach Schadensbild können Feuchtemessungen, Öffnungen des Bodenaufbaus oder statische Abklärungen notwendig sein.
Geringe Aufbauhöhe als zentrale Planungsaufgabe
Bei älteren Gebäuden ist die Höhendifferenz zwischen Innenboden und Balkonoberfläche häufig gering. Gleichzeitig sollen im Rahmen einer Sanierung neue Abdichtungs-, Schutz- und Belagsschichten eingebaut werden.
Dadurch entsteht ein Zielkonflikt: Der neue Aufbau soll möglichst flach sein, muss aber dennoch alle technischen Anforderungen erfüllen.
Zu berücksichtigen sind insbesondere:
- Höhe der Abdichtung
- Schutz der Abdichtung
- Unterkonstruktion
- Belagsstärke
- notwendige Entwässerung
- Türanschluss
- Gefälle
- Randprofil
- Wasserführung unterhalb des Belags
- mögliche Höhentoleranzen des Bestands
Ein flacher Bodenaufbau sollte deshalb nicht durch das Weglassen notwendiger Schichten erreicht werden. Sinnvoller ist eine konstruktive Optimierung aller Komponenten.
Aluminium-Unterkonstruktion bei niedriger Aufbauhöhe
Aluminiumprofile lassen sich mit präzisen Querschnitten herstellen. Dadurch kann eine Unterkonstruktion gezielt auf die verfügbare Aufbauhöhe und den vorgesehenen Belag abgestimmt werden.
Mögliche Vorteile einer Aluminium-Unterkonstruktion sind:
- geringe Materialhöhe bei definierter Profilgeometrie
- hohe Masshaltigkeit
- formstabile Konstruktion
- Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit
- kein Aufquellen
- keine Fäulnis
- präzise Ausrichtung
- Kombination verschiedener Oberbeläge
- definierte Rand- und Anschlussdetails
- Möglichkeit eines modularen Aufbaus
Die geringe Profilhöhe allein ist jedoch kein ausreichender Nachweis für die Eignung. Profilquerschnitt, Spannweite, Belastung und Auflagerabstände müssen auf das jeweilige Projekt abgestimmt werden.
Terrassenplatten und Feinsteinzeug auf dem Balkon
Feinsteinzeug wird häufig bei Balkonsanierungen eingesetzt, weil es eine hochwertige Oberfläche mit geringer Wasseraufnahme und grosser gestalterischer Auswahl verbindet.
Bei der Planung sind insbesondere folgende Punkte wichtig:
- Eignung für den Aussenbereich
- Frostbeständigkeit
- Rutschhemmung
- Plattenstärke
- Plattenformat
- Auflagerung
- Belastbarkeit
- Kantenqualität
- Randzuschnitte
- Austauschbarkeit einzelner Platten
Grossformatige Platten erzeugen eine ruhige, hochwertige Fläche. Sie verlangen jedoch eine besonders genaue Unterkonstruktion und Auflagerung. Nicht jedes Format ist für jeden Auflagerabstand geeignet.
Die Vorgaben des Plattenherstellers sind verbindlich zu berücksichtigen. Zusätzlich muss geprüft werden, ob die Belastbarkeit für den vorgesehenen Einsatz ausreicht.
WPC-Dielen bei Balkonsanierungen
WPC-Dielen können bei Balkonen eingesetzt werden, wenn eine warme Dielenoptik gewünscht ist. Insbesondere bei Sanierungen kann eine Aluminium-Unterkonstruktion eine stabile Basis für die Dielen bilden.
Zu beachten sind:
- thermische Längenausdehnung
- zulässige Auflagerabstände
- Befestigungssystem
- Hinterlüftung
- Wasserabfluss
- Wand- und Randabstände
- Oberflächentemperatur
- Brandverhalten
- Reinigung
- Austausch beschädigter Dielen
WPC darf nicht so verlegt werden, dass Wasser dauerhaft unter oder zwischen den Dielen eingeschlossen wird. Auch bei einer offenen Oberfläche muss die darunterliegende Wasserführung funktionieren.
Entwässerung bei einem offenen Balkonboden
Bei einem offenen Bodenaufbau gelangt Niederschlagswasser durch die Fugen unter den sichtbaren Belag. Dort muss es auf einer geeigneten wasserführenden Ebene aufgenommen und kontrolliert abgeleitet werden.
Wichtig ist die klare Trennung der Funktionen:
- Der sichtbare Bodenbelag bildet die Nutzfläche.
- Die Unterkonstruktion trägt und positioniert den Belag.
- Die Abdichtung schützt das Gebäude.
- Gefälle, Abläufe und Rinnen führen das Wasser ab.
Eine offene Fuge ist keine vollständige Entwässerungslösung. Sie sorgt lediglich dafür, dass Wasser unter den Belag gelangen kann. Entscheidend ist, was danach mit diesem Wasser geschieht.
SIA 271 bei Balkon- und Terrassensanierungen
Für die Abdichtung von Balkonen, Terrassen, Loggien und weiteren Bauteilen ist in der Schweiz insbesondere die Norm SIA 271 relevant. Die aktuelle Grundausgabe stammt aus dem Jahr 2021. Sie behandelt die Planung und Ausführung von Abdichtungen bei Hochbauten.
Zur Norm wurde 2024 die Korrigenda SIA 271-C2 veröffentlicht. Bei Planung und Ausschreibung sollten daher die aktuelle Normausgabe und die zugehörigen Korrekturen berücksichtigt werden.
Weiterführende Informationen:
SIA 271 – Abdichtungen von Hochbauten
SIA 271-C2 – Korrigenda zur Norm SIA 271:2021
Die Norm muss im konkreten Projekt durch den verantwortlichen Planer angewendet und interpretiert werden. Einzelne Anforderungen lassen sich nicht pauschal auf jeden Balkonaufbau übertragen.
Türanschlüsse und schwellenarme Übergänge
Ein schwellenarmer Übergang zwischen Innenraum und Balkon ist architektonisch attraktiv und verbessert die Nutzbarkeit. Gleichzeitig gehört dieser Bereich zu den kritischsten Details einer Balkonkonstruktion.
Folgende Einwirkungen müssen berücksichtigt werden:
- Schlagregen
- Schnee
- Schmelzwasser
- Rückstau
- Winddruck
- Spritzwasser
- Verstopfung von Abläufen
- seitlich eindringendes Wasser
Je geringer die Höhendifferenz zwischen Innen- und Aussenbereich ist, desto wichtiger werden zusätzliche Schutzmassnahmen.
Dazu können gehören:
- Entwässerungsrinnen unmittelbar vor der Tür
- geschützte Lage des Türanschlusses
- Überdachung
- ausreichendes Oberflächengefälle
- zweite Entwässerungsebene
- Notentwässerung
- erhöhte Wartungsintervalle
- projektspezifische Abdichtungsdetails
Eine schwellenarme Lösung darf nicht allein durch das Anheben des Aussenbelags erzeugt werden. Dadurch können notwendige Abdichtungshöhen reduziert und Wasserschäden begünstigt werden.
Rutschhemmung und Stolpersicherheit
Balkonböden werden bei Regen und Schnee regelmässig nass. Der gewählte Belag muss deshalb für die vorgesehene Nutzung ausreichend rutschhemmend sein.
Die BFU empfiehlt, die Wahl des geeigneten Bodenbelags bereits in der Planungsphase von Neubau, Umbau oder Sanierung zu klären. Dabei müssen Nutzung, Rutschhemmung und Abriebfestigkeit berücksichtigt werden.
Weiterführende Informationen:
BFU – Rutschhemmender Bodenbelag
BFU – Bodenbeläge sicher planen
Neben der Rutschhemmung sind auch Höhenversätze und aufstehende Kanten relevant. Einzelne Platten oder Profile dürfen keine Stolperstellen erzeugen.
Besonders zu beachten sind:
- Türübergänge
- Randprofile
- Revisionsfelder
- Übergänge zwischen WPC und Stein
- Ablaufrinnen
- nachträglich eingesetzte Elemente
- Setzungen der Unterkonstruktion
- beschädigte Platten oder Dielen
Austauschbare und revisionsfähige Beläge
Ein modularer Bodenaufbau kann bei Sanierungen vorteilhaft sein, wenn einzelne Bereiche später kontrolliert oder ausgetauscht werden müssen.
Mögliche Gründe für einen Zugang unter den Belag sind:
- Reinigung von Abläufen
- Kontrolle der Abdichtung
- Austausch beschädigter Platten
- Prüfung von Randanschlüssen
- Zugang zu Leitungen
- Wartung integrierter Beleuchtung
- Kontrolle von Entwässerungsrinnen
Ein Belag ist jedoch nicht automatisch revisionsfähig, nur weil er trocken oder aufgeständert verlegt wird. Revisionsfelder, Randabschlüsse und Befestigungen müssen so geplant werden, dass eine spätere Öffnung tatsächlich möglich ist.
Sichtbare Aluminiumfugen bei sanierten Balkonen
Bei älteren Balkonen sind Bodenflächen häufig durch ungleichmässige Fugen, kleinteilige Beläge oder zahlreiche Randzuschnitte geprägt.
Durch ein neu geplantes Fugenraster kann der Balkon gestalterisch deutlich aufgewertet werden. Sichtbare Aluminiumprofile ermöglichen klare Linien und definierte Materialübergänge.
Die Linienführung kann sich an folgenden Elementen orientieren:
- Fassadenachsen
- Fenster- und Türbreiten
- Geländerpfosten
- Plattenformaten
- Gebäudekanten
- angrenzenden Innenböden
- Pergolen oder Überdachungen
Beim LOTTERS-System wird die Aluminiumfuge bewusst sichtbar eingesetzt. Dadurch wird die Unterkonstruktion nicht vollständig verborgen, sondern teilweise Bestandteil der architektonischen Gestaltung.
Diese klare Formensprache orientiert sich gestalterisch an Prinzipien des modernen Yacht- und Premiumdesigns: präzise Linien, hochwertige Metalloberflächen und kontrollierte Übergänge.
Randabschlüsse und Balkonstirnseiten
Der Randbereich eines Balkons ist technisch und optisch besonders wichtig. Hier treffen Bodenbelag, Unterkonstruktion, Abdichtung, Balkonplatte und häufig auch die Dachentwässerung aufeinander.
Ein Randabschluss sollte folgende Aufgaben erfüllen:
- sichtbare Kanten sauber abdecken
- Unterkonstruktion schützen
- Wasser kontrolliert abführen
- Bewegungen der Materialien berücksichtigen
- sichere Befestigung ermöglichen
- ein einheitliches Erscheinungsbild schaffen
- Wartung und Kontrolle nicht verhindern
Improvisierte Randlösungen fallen bei hochwertigen Bodenflächen besonders stark auf. Randprofile sollten deshalb bereits während der Detailplanung berücksichtigt werden.
Gewicht und Tragfähigkeit
Bei Balkonsanierungen spielt das zusätzliche Eigengewicht des neuen Aufbaus eine wichtige Rolle. Alte Beläge, Mörtelschichten oder Ausgleichsschichten können erhebliche Lasten verursachen.
Vor der Sanierung muss geklärt werden:
- welche Lasten bereits vorhanden sind
- welche Bauteile entfernt werden
- welches Eigengewicht der neue Aufbau besitzt
- welche Nutzlasten berücksichtigt werden müssen
- wie die Lasten in die Balkonplatte eingeleitet werden
- ob Punktlasten durch Stellfüsse entstehen
- ob eine Lastverteilung erforderlich ist
Ein Aluminium-Bodensystem besitzt grundsätzlich ein vergleichsweise geringes Eigengewicht. Daraus darf jedoch nicht automatisch geschlossen werden, dass keine statische Prüfung erforderlich ist.
Besonders bei alten Balkonen, auskragenden Platten oder unbekannter Bewehrung sollte die Tragfähigkeit durch eine qualifizierte Fachperson beurteilt werden.
Schutz der Abdichtung
Eine neue Unterkonstruktion darf die bestehende oder erneuerte Abdichtung nicht beschädigen.
Kritische Einwirkungen können sein:
- scharfkantige Profile
- konzentrierte Punktlasten
- Bewegungen der Stellfüsse
- Bohrungen durch die Abdichtung
- Metallspäne
- Verschmutzungen
- fehlende Schutzlagen
- ungeeignete Befestigungen
Je nach Aufbau können Schutz- und Lastverteilungsschichten erforderlich sein. Die verwendeten Materialien müssen mit der Abdichtung verträglich sein.
Befestigungen durch die Abdichtung sollten nur dort erfolgen, wo sie geplant, konstruktiv gelöst und fachgerecht abgedichtet werden können.
Materialausdehnung berücksichtigen
Aluminium, WPC, Stein und Glas reagieren unterschiedlich auf Temperaturveränderungen.
Aluminiumprofile können sich bei Sonneneinstrahlung erwärmen und längenmässig ausdehnen. WPC weist je nach Zusammensetzung ebenfalls ein relevantes Ausdehnungsverhalten auf. Stein und Glas besitzen wiederum andere physikalische Eigenschaften.
Die Konstruktion muss daher Bewegungen zulassen und kontrollieren.
Zu berücksichtigen sind:
- Profil- und Dielenlängen
- Fugenbreiten
- Befestigungspunkte
- Randabstände
- Temperaturunterschiede
- Sonneneinstrahlung
- Materialkombinationen
- Anschluss an starre Bauteile
Starre Verbindungen zwischen unterschiedlich reagierenden Materialien können zu Spannungen, Geräuschen, Verformungen oder Schäden führen.
Arbeitssicherheit während der Sanierung
Bei Balkonsanierungen arbeiten Monteure häufig unmittelbar an Absturzkanten. Die Sicherheit während der Bauphase muss deshalb bereits in der Arbeitsvorbereitung berücksichtigt werden.
Die Suva weist darauf hin, dass bei Bau- und Instandhaltungsarbeiten an Bauwerken ab einer Absturzhöhe von zwei Metern grundsätzlich ein dreiteiliger Seitenschutz erforderlich ist.
Die Bauarbeitenverordnung enthält Vorgaben zur Planung und Koordination von Schutzmassnahmen auf Baustellen.
Weiterführende Informationen:
Suva – Bauarbeitenverordnung 2022
Suva – Geländer und Absturzsicherung
Bei der Planung müssen unter anderem berücksichtigt werden:
- vorhandene Brüstungen
- temporäre Demontage von Geländern
- offene Balkonränder
- Materialtransport
- Zugang zur Baustelle
- Gerüst oder Hubarbeitsbühne
- Sicherung von Werkzeugen und Bauteilen
- Schutz darunterliegender Bereiche
Koordination der beteiligten Gewerke
Eine Balkonsanierung betrifft häufig mehrere Fachbereiche gleichzeitig:
- Architektur
- Bauleitung
- Statik
- Abdichtung
- Metallbau
- Fenster- und Fassadenbau
- Platten- oder Bodenverlegung
- Spenglerarbeiten
- Geländerbau
- Elektroinstallation bei Beleuchtung
Probleme entstehen häufig nicht innerhalb eines einzelnen Gewerks, sondern an den Schnittstellen.
Vor der Ausführung sollte eindeutig geklärt werden:
- Wer plant die Abdichtung?
- Wer definiert die Aufbauhöhe?
- Wer ist für die Türanschlüsse verantwortlich?
- Wer legt das Gefälle fest?
- Wer plant die Entwässerung?
- Wer prüft die Tragfähigkeit?
- Wer liefert die Randprofile?
- Wer schützt die Abdichtung während der Montage?
- Wer kontrolliert die fertige Ausführung?
Eine klare Schnittstellenplanung ist besonders bei niedrigen Aufbauhöhen entscheidend, da nur wenig Raum für nachträgliche Korrekturen vorhanden ist.
Typische Fehler bei Balkonsanierungen
Der alte Aufbau wird nicht ausreichend untersucht
Schäden an Abdichtung, Beton oder Anschlüssen bleiben unentdeckt und werden lediglich mit einem neuen Belag überdeckt.
Die Aufbauhöhe wird nur am Türanschluss gemessen
Gefälle, Unebenheiten und lokale Hochpunkte werden nicht berücksichtigt.
Der neue Boden wird zu hoch eingebaut
Notwendige Abdichtungshöhen und Entwässerungswege werden reduziert.
Offene Fugen werden mit Entwässerung verwechselt
Wasser gelangt zwar unter den Belag, kann dort aber nicht kontrolliert ablaufen.
Die Abdichtung wird durch Stellfüsse belastet
Punktlasten oder Bewegungen beschädigen die wasserführende Schicht.
Plattenformate und Auflagerabstände passen nicht zusammen
Der Belag wird unzureichend unterstützt.
Randabschlüsse werden erst auf der Baustelle entschieden
Es entstehen improvisierte und optisch unruhige Lösungen.
Materialausdehnung wird nicht berücksichtigt
Profile oder Dielen verformen sich oder erzeugen Spannungen.
Revisionszugänge fehlen
Abläufe und Rinnen können später nicht gereinigt werden.
Die Gewerke arbeiten ohne gemeinsames Detail
Türanschluss, Abdichtung und Bodenaufbau passen nicht zueinander.
Planungscheckliste für eine Balkonsanierung
Vor Beginn der Sanierung sollten mindestens folgende Punkte geklärt sein:
- Wie ist der vorhandene Bodenaufbau konstruiert?
- Welche Schäden sind vorhanden?
- Kann die bestehende Abdichtung erhalten werden?
- Welche Aufbauhöhe steht zur Verfügung?
- Wie gross ist die Höhendifferenz zum Innenboden?
- Welche Gefälle sind vorhanden?
- Wie wird Wasser abgeführt?
- Wo liegen Abläufe und Notentwässerungen?
- Wie wird der Türanschluss ausgeführt?
- Welche Belastbarkeit besitzt die Balkonplatte?
- Welches Eigengewicht hat der neue Aufbau?
- Welche Oberbeläge sollen verwendet werden?
- Welche Auflagerabstände sind zulässig?
- Wie wird die Abdichtung geschützt?
- Welche Randprofile werden benötigt?
- Wie werden Materialbewegungen aufgenommen?
- Müssen Abläufe oder Leitungen zugänglich bleiben?
- Welche Anforderungen bestehen an Rutschhemmung?
- Wie wird die Absturzsicherung während der Bauphase gewährleistet?
- Wer koordiniert die beteiligten Gewerke?
Vorteile des LOTTERS-Systems bei Balkonsanierungen
Das LOTTERS Aluminium-Bodensystem kann bei einer Balkonsanierung insbesondere dann eingesetzt werden, wenn ein präziser, modularer und gestalterisch hochwertiger Aufbau gefragt ist.
Mögliche Vorteile sind:
- definierte Aluminiumprofile
- projektbezogene Aufbauhöhen
- Einsatz mit Stein oder WPC
- Integration begehbarer Glasfelder
- sichtbare, gerade Aluminiumfugen
- höhenverstellbare Auflager
- Kombination verschiedener Materialien
- klare Randabschlüsse
- zugängliche Teilbereiche
- Einsatz im Innen- und Aussenbereich
Ob das System für einen konkreten Balkon geeignet ist, muss anhand von Aufbauhöhe, Untergrund, Belastung, Abdichtung und Anschlussdetails geprüft werden.
Fazit
Eine Balkonsanierung mit geringer Aufbauhöhe verlangt eine frühzeitige und technisch abgestimmte Planung. Der verfügbare Raum zwischen Balkonplatte, Abdichtung, Türanschluss und fertigem Belag ist häufig stark begrenzt.
Eine funktionierende Lösung entsteht nur, wenn Unterkonstruktion, Entwässerung, Abdichtung, Oberbelag und Randanschlüsse gemeinsam entwickelt werden.
Das LOTTERS Aluminium-Bodensystem ermöglicht einen modularen Aufbau mit Feinsteinzeug, WPC oder begehbarem Sicherheitsglas. Die sichtbaren Aluminiumfugen schaffen eine klare Linienführung und verbinden technische Funktion mit einer hochwertigen architektonischen Gestaltung.
Das System ersetzt weder die Bauwerksabdichtung noch die statische oder objektspezifische Planung. Tragfähigkeit, Aufbauhöhe, Entwässerung, Abdichtung und sämtliche Anschlussdetails müssen durch die verantwortlichen Fachpersonen geprüft werden.
Weitere Informationen:
LOTTERS Aluminium-Bodensystem
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch muss ein Balkonboden aufgebaut werden?
Die erforderliche Aufbauhöhe hängt von Abdichtung, Schutzschichten, Unterkonstruktion, Belag und Entwässerung ab. Eine pauschale Mindesthöhe lässt sich ohne Kenntnis des Projekts nicht angeben.
Kann ein Balkon ohne vollständigen Rückbau saniert werden?
Das ist möglich, wenn der bestehende Aufbau technisch geeignet und schadensfrei ist. Abdichtung, Tragfähigkeit, Aufbauhöhe und Entwässerung müssen zuvor geprüft werden.
Eignet sich Aluminium für niedrige Bodenaufbauten?
Aluminiumprofile können aufgrund ihrer präzisen Geometrie für flache Konstruktionen geeignet sein. Die notwendige Profilhöhe hängt jedoch von Belastung, Spannweite und Auflagerabstand ab.
Können Feinsteinzeugplatten auf einem sanierten Balkon eingesetzt werden?
Ja, sofern Platte, Auflagerung und Unterkonstruktion für den Einsatz geeignet sind. Frostbeständigkeit, Rutschhemmung, Plattenstärke und Herstellerangaben müssen berücksichtigt werden.
Ist WPC für Balkone geeignet?
WPC kann auf Balkonen eingesetzt werden, wenn das Produkt für die Anwendung freigegeben ist. Hinterlüftung, Wasserabfluss, Befestigung und Ausdehnung müssen geplant werden.
Ersetzt ein offener Bodenbelag die Entwässerung?
Nein. Durch offene Fugen gelangt Wasser lediglich unter den Belag. Dort muss eine funktionierende Abdichtungs- und Entwässerungsebene vorhanden sein.
Ersetzt das LOTTERS-System die Balkonabdichtung?
Nein. Das LOTTERS-System bildet den Boden- und Nutzbelagsaufbau. Die Abdichtung des Bauwerks muss separat geplant und ausgeführt werden.
Können alte Balkonplatten weiterverwendet werden?
Das hängt von Zustand, Frostbeständigkeit, Abmessungen und Belastbarkeit ab. Vor einer Wiederverwendung ist eine fachliche Prüfung erforderlich.
