Terrassenbelag über Abdichtung

Terrassenbelag über Abdichtung: Technische Planung von Aufbau, Entwässerung und Unterkonstruktion

Ein Terrassenbelag erfüllt nicht dieselbe Funktion wie die darunterliegende Abdichtung. Diese Trennung ist für die Planung von Balkonen, Dachterrassen und weiteren begehbaren Aussenflächen entscheidend.

Der sichtbare Belag bildet die Nutz- und Gestaltungsebene. Die darunterliegende Abdichtung schützt das Gebäude vor eindringendem Wasser. Dazwischen befinden sich je nach Konstruktion Schutzlagen, Unterkonstruktion, Auflager, Entwässerungsbereiche und weitere funktionale Bauteile.

Fehler entstehen häufig dann, wenn der Oberbelag isoliert betrachtet wird. Eine hochwertige Platte, eine WPC-Diele oder ein Aluminiumprofil kann nur dauerhaft funktionieren, wenn Wasserführung, Aufbauhöhe, Lastabtragung, Anschlüsse und Wartungsmöglichkeiten als Gesamtsystem geplant werden.

Das modulare LOTTERS Aluminium-Bodensystem verbindet Aluminiumprofile, Unterkonstruktion, Stellfüsse und unterschiedliche Beläge zu einem strukturierten Bodenaufbau. Es kann je nach Projekt mit Stein, WPC oder begehbarem Sicherheitsglas eingesetzt werden. Die Abdichtung des Bauwerks bleibt dabei eine eigenständige Planungsebene.

Weitere Informationen:

LOTTERS Aluminium-Bodensystem

Warum Nutzbelag und Abdichtung getrennt betrachtet werden müssen

Bei einer Terrasse sind mehrere technische Ebenen beteiligt. Jede davon übernimmt eine bestimmte Aufgabe.

Typischerweise müssen folgende Funktionen erfüllt werden:

  • Tragfähigkeit
  • Abdichtung des Bauwerks
  • Schutz der Abdichtung
  • Wasserableitung
  • Höhenausgleich
  • Aufnahme des Oberbelags
  • sichere Begehbarkeit
  • Gestaltung der sichtbaren Fläche
  • Zugänglichkeit für Reinigung und Wartung
  • Ausbildung von Rand- und Türanschlüssen

Der sichtbare Bodenbelag darf deshalb nicht mit der Abdichtung verwechselt werden. Auch ein dicht erscheinender Plattenbelag ersetzt keine fachgerecht geplante Abdichtung.

Bei offenen Belägen gelangt Niederschlagswasser durch die Fugen unter die Nutzfläche. Das ist konstruktiv grundsätzlich möglich, sofern das Wasser dort aufgenommen und kontrolliert abgeführt wird.

Typischer Schichtenaufbau einer Terrasse

Der genaue Aufbau hängt vom Gebäude, Untergrund, Belag und Entwässerungskonzept ab. Ein möglicher Aufbau kann aus folgenden Ebenen bestehen:

  1. tragender Untergrund
  2. Gefälle- oder Ausgleichsschicht
  3. Bauwerksabdichtung
  4. Schutz- oder Trennlage
  5. Auflager oder Stellfüsse
  6. Aluminium-Unterkonstruktion
  7. sichtbarer Bodenbelag
  8. Rand-, Tür- und Fassadenanschlüsse

Nicht jeder Aufbau besitzt exakt dieselben Schichten. Entscheidend ist, dass alle notwendigen Funktionen eindeutig zugeordnet sind.

Besonders wichtig ist die Abstimmung zwischen den Gewerken. Abdichter, Spengler, Fassadenbauer, Metallbauer, Plattenleger und Terrassenbauer arbeiten an demselben Bauteil, betrachten jedoch häufig unterschiedliche Ebenen.

SIA 271 als Planungsgrundlage

Für die Abdichtung von Hochbauten ist in der Schweiz insbesondere die Norm SIA 271 relevant. Die aktuelle Grundausgabe stammt aus dem Jahr 2021. Die Norm behandelt die Abdichtung von Hochbauten und ist damit eine wesentliche Grundlage für Terrassen, Balkone, Loggien und vergleichbare Bauteile.

Zur SIA 271:2021 wurde die Korrigenda C2 veröffentlicht. Sie ist seit dem 1. März 2024 gültig und ersetzt die frühere Korrigenda C1.

Weiterführende Informationen:

SIA 271 – Abdichtungen von Hochbauten

SIA 271-C2 – Korrigenda zur Norm SIA 271:2021

Zusätzlich existiert die SIA 118/271 mit allgemeinen Bedingungen für Abdichtungen von Hochbauten. Sie betrifft insbesondere vertragliche und ausführungstechnische Rahmenbedingungen.

SIA 118/271 – Allgemeine Bedingungen für Abdichtungen von Hochbauten

Die Nennung einer Norm ersetzt keine konkrete Planung. Massgebend sind die aktuelle Ausgabe, das konkrete Bauteil, die örtlichen Bedingungen und die Verantwortung der beteiligten Fachpersonen.

Wasserführung unter einem offenen Terrassenbelag

Bei einem offenen Terrassenbelag fliesst Wasser durch die sichtbaren Fugen. Unterhalb des Belags muss es auf einer geeigneten wasserführenden Ebene aufgenommen werden.

Der technische Ablauf lässt sich vereinfacht so beschreiben:

  • Niederschlagswasser trifft auf den Oberbelag.
  • Ein Teil des Wassers läuft oberflächlich ab.
  • Ein weiterer Teil gelangt durch die Fugen unter den Belag.
  • Die Abdichtung beziehungsweise Entwässerungsebene nimmt das Wasser auf.
  • Gefälle, Abläufe und Rinnen führen es kontrolliert ab.

Kritisch wird der Aufbau, wenn Wasser zwar unter den Belag gelangt, dort aber nicht weiterfliessen kann.

Mögliche Folgen sind:

  • stehendes Wasser
  • Frostbeanspruchung
  • Verschmutzung
  • Algenbildung
  • Geruchsbildung
  • Verstopfung von Abläufen
  • Feuchtigkeitsbelastung angrenzender Bauteile
  • erschwerte Wartung

Eine offene Fuge ist deshalb nur der erste Teil der Wasserführung. Entscheidend ist die vollständige Entwässerungskette.

Gefälle richtig einordnen

Das Gefälle einer Terrasse darf nicht nur auf der sichtbaren Oberfläche betrachtet werden. Bei offenen Belägen ist insbesondere die wasserführende Ebene unterhalb des Belags entscheidend.

Je nach Konstruktion können unterschiedliche Ebenen unterschiedliche Neigungen besitzen:

Gefälle der Abdichtungsebene

Diese Ebene muss Wasser zu Abläufen, Rinnen oder freien Entwässerungskanten führen.

Gefälle des sichtbaren Belags

Der Oberbelag kann abhängig vom System, Material und Nutzung anders ausgerichtet sein. Dabei müssen Wasserablauf, Begehbarkeit und Optik berücksichtigt werden.

Gefälle von Anschlussbauteilen

Fensterbänke, Schwellen, Randabdeckungen und Rinnen benötigen ebenfalls eine geeignete Wasserführung.

Pauschale Gefällewerte sollten nicht ohne Prüfung auf jedes Projekt übertragen werden. Die konkrete Ausbildung richtet sich nach Norm, Abdichtungssystem, Belag und Detailplanung.

Schutz der Abdichtung

Die Abdichtung liegt bei vielen Terrassen unterhalb des sichtbaren Bodenaufbaus. Sie ist dadurch während Montage, Nutzung und Wartung mechanischen Belastungen ausgesetzt.

Mögliche Gefährdungen sind:

  • Punktlasten durch Stellfüsse
  • scharfkantige Metallprofile
  • Bohrspäne
  • Werkzeuge
  • verschobene Auflager
  • unsachgemässe Befestigungen
  • direkte Durchdringungen
  • Reinigungsarbeiten
  • spätere Reparaturen
  • Bewegungen der Unterkonstruktion

Zwischen Abdichtung und Unterkonstruktion können deshalb geeignete Schutz- und Lastverteilungsschichten notwendig sein.

Besonders bei höhenverstellbaren Stellfüssen muss geprüft werden, wie die Lasten in den Untergrund eingeleitet werden. Kleine Aufstandsflächen können konzentrierte Belastungen erzeugen.

Die Verträglichkeit der verwendeten Schutzmaterialien mit der Abdichtung ist ebenfalls zu beachten.

Unterkonstruktion auf Abdichtungen

Eine Unterkonstruktion oberhalb einer Abdichtung muss mehrere Anforderungen erfüllen:

  • ausreichende Tragfähigkeit
  • stabile Lastverteilung
  • sichere Lage
  • Schutz der Abdichtung
  • kontrollierte Materialbewegung
  • freie Wasserführung
  • Zugänglichkeit von Abläufen
  • geeignete Randbefestigung
  • Widerstand gegen Verschiebung
  • Anpassung an die vorhandene Aufbauhöhe

Aluminium eignet sich für solche Konstruktionen aufgrund seiner Formstabilität, präzisen Bearbeitbarkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit.

Ein Aluminiumprofil verrottet nicht und quillt bei Feuchtigkeit nicht auf. Die konkrete Eignung hängt jedoch von Profilquerschnitt, Spannweite, Auflagerung, Verbindung und Belastung ab.

Das LOTTERS-System kombiniert Aluminiumprofile, Unterkonstruktion und Stellfüsse mit unterschiedlichen Oberbelägen. Tragfähigkeit und technische Details werden projektbezogen geplant.

Feinsteinzeugplatten über einer Abdichtung

Feinsteinzeug wird häufig auf Terrassen und Balkonen eingesetzt. Bei einem offenen oder aufgeständerten Aufbau liegen die Platten auf definierten Auflagern oder Profilen.

Dabei müssen insbesondere folgende Punkte geprüft werden:

  • Plattenformat
  • Materialstärke
  • Frostbeständigkeit
  • Rutschhemmung
  • Auflagerabstände
  • Kantenbelastung
  • Punkt- und Linienlasten
  • Randbereiche
  • Austauschbarkeit
  • Herstellerfreigabe

Grossformatige Platten erzeugen eine ruhige und hochwertige Fläche, benötigen jedoch eine technisch geeignete Unterstützung.

Die Platten dürfen nicht allein aufgrund ihres Formats oder ihrer Materialbezeichnung als ausreichend tragfähig angesehen werden. Entscheidend sind Herstellervorgaben und projektspezifische Belastungen.

WPC-Dielen über einer Abdichtung

Auch WPC-Dielen können auf einer Unterkonstruktion oberhalb einer Abdichtung eingesetzt werden.

Zu berücksichtigen sind:

  • thermische Längenausdehnung
  • zulässige Spannweiten
  • Befestigungsabstände
  • Hinterlüftung
  • Wasserabfluss
  • Randabstände
  • Oberflächentemperatur
  • Brandverhalten
  • Reinigung
  • Austauschbarkeit

WPC-Dielen dürfen die Wasserführung nicht blockieren. Unterhalb der Dielen muss genügend Raum für Entwässerung und Reinigung vorhanden sein.

Beim LOTTERS-System wird nach jeder WPC-Diele eine schmale sichtbare Aluminium-Profilleiste geführt. Dadurch entsteht eine präzise Linienstruktur, während Wasser durch die konstruktiv vorgesehenen Fugen in die darunterliegende Entwässerungsebene gelangen kann.

Sichtbare Aluminiumfugen

Die Fuge zwischen zwei Belagselementen ist technisch notwendig. Bei LOTTERS wird sie zusätzlich als architektonisches Element genutzt.

Die schmale Aluminium-Profilleiste kann:

  • die Fläche strukturieren
  • Blickachsen verlängern
  • Platten- oder Dielenraster betonen
  • unterschiedliche Materialien verbinden
  • Randbereiche klar definieren
  • eine hochwertige metallische Linie erzeugen

Bei WPC ist wichtig, dass die Profilleiste nach jeder Diele sichtbar bleibt und nicht zu breit ausgeführt wird. Die Wirkung entsteht durch eine feine, gleichmässige Linie und nicht durch ein dominantes Metallband.

Die Formensprache orientiert sich gestalterisch an modernem Yacht- und Premiumdesign: präzise Fugen, klare Fluchten und kontrollierte Materialübergänge.

Türanschlüsse und Schwellen

Der Anschluss an Türen und Fassaden zählt zu den technisch sensibelsten Bereichen einer Terrasse.

Dort treffen mehrere Anforderungen aufeinander:

  • geringer Höhenunterschied
  • sichere Abdichtung
  • Schutz vor Schlagregen
  • Wasserableitung
  • Barrierearmut
  • Wärmeschutz
  • Fassadenanschluss
  • Reinigungsmöglichkeit

Je niedriger eine Schwelle ausgeführt wird, desto sorgfältiger müssen die begleitenden Schutzmassnahmen geplant werden.

Mögliche Massnahmen sind:

  • Entwässerungsrinne vor der Tür
  • geschützte Lage unter einer Überdachung
  • ausreichendes Gefälle
  • Notentwässerung
  • angepasste Abdichtungsdetails
  • engmaschige Wartung
  • definierte Schnittstellen zum Fensterbauer

Der Oberbelag darf nicht einfach bis an die Tür angehoben werden, ohne Abdichtung und Wasserführung zu berücksichtigen.

Fassadenanschlüsse

Wasser darf nicht dauerhaft an Fassadenanschlüssen stehen oder hinter Fassadenbauteile gelangen.

Zu prüfen sind:

  • Abdichtungshöhen
  • Sockelanschlüsse
  • mechanische Befestigungen
  • Hinterlüftungsöffnungen
  • Putzanschlüsse
  • Fassadenverkleidungen
  • Entwässerungsrinnen
  • Randabstände
  • Spritzwasserbereiche
  • Bewegungsfugen

Die Unterkonstruktion darf Fassadenöffnungen oder notwendige Entwässerungsbereiche nicht verdecken.

Abläufe und Revisionszugänge

Abläufe, Rinnen und Entwässerungspunkte müssen kontrollierbar und reinigbar bleiben.

Typische Verschmutzungen sind:

  • Blätter
  • Staub
  • Pollen
  • Kies
  • Moos
  • Insekten
  • Ablagerungen
  • kleine Gegenstände

Ein dauerhaft geschlossener Oberbelag erschwert die Wartung. Deshalb sollten Revisionsbereiche bereits in der Planung festgelegt werden.

Mögliche Lösungen sind:

  • herausnehmbare Platten
  • demontierbare WPC-Dielen
  • definierte Revisionsfelder
  • zugängliche Randbereiche
  • lösbare Abschlussprofile
  • gekennzeichnete Wartungszonen

Ein modularer Boden ist nicht automatisch revisionsfähig. Die Zugänglichkeit muss konstruktiv vorgesehen werden.

Rutschhemmung und Ebenheit

Terrassenbeläge sind Niederschlag, Schnee und Verschmutzung ausgesetzt. Der Belag muss deshalb zur tatsächlichen Nutzung passen.

Die BFU empfiehlt, bei Neubauten und Sanierungen rutschhemmende Bodenbeläge einzusetzen. Zudem sollten Beläge ebenflächig verlegt werden und keine aufstehenden Kanten besitzen. Reinigung und Instandhaltung nach Herstellerangaben sind ebenfalls relevant.

Weitere Informationen:

BFU – Bodenbeläge sicher planen

BFU – Rutschhemmende Bodenbeläge

Bei einem modularen System müssen deshalb regelmässig folgende Punkte kontrolliert werden:

  • Höhenversätze
  • lose Platten
  • beschädigte Dielen
  • verschobene Profile
  • Setzungen
  • Verschmutzungen
  • rutschige Ablagerungen
  • offene oder beschädigte Randbereiche

Lasten und Auflagerabstände

Die Unterkonstruktion über einer Abdichtung trägt Eigengewicht und Nutzlasten. Dazu können weitere Einwirkungen kommen:

  • Personen
  • Möbel
  • Pflanzgefässe
  • Pergolen
  • Sonnenschirme
  • Trennwände
  • Schneelasten
  • Reinigungsgeräte
  • punktuelle Sonderlasten
  • dynamische Belastungen

Schwere Pflanzgefässe oder fest montierte Aufbauten können deutlich höhere Punktlasten erzeugen als die normale Nutzung.

Die Lasten müssen über Profile, Stellfüsse und Schutzlagen sicher in den tragenden Untergrund eingeleitet werden.

Auflagerabstände dürfen deshalb nicht pauschal gewählt werden. Sie hängen von Profil, Belag, Belastung und Aufbauhöhe ab.

Materialausdehnung

Aluminium, WPC, Stein und Glas besitzen unterschiedliche thermische Ausdehnungen.

Bei direkter Sonneneinstrahlung können sich Bauteile stark erwärmen. Die Konstruktion muss diese Bewegungen zulassen, ohne Schäden oder unzulässige Spannungen zu erzeugen.

Zu berücksichtigen sind:

  • Länge der Profile
  • Länge der Dielen
  • Befestigungspunkte
  • Randabstände
  • Bewegungsfugen
  • Temperaturbereich
  • Materialfarbe
  • Sonneneinstrahlung
  • Anschluss an starre Bauteile
  • Kombination unterschiedlicher Materialien

Starre Verbindungen können zu Verformungen, Geräuschen oder Schäden führen.

Kombination aus Stein, WPC und Glas

Ein modularer Bodenaufbau ermöglicht unterschiedliche Materialien innerhalb einer Fläche.

Mögliche Kombinationen sind:

  • Feinsteinzeug im Hauptbereich
  • WPC in einer Loungezone
  • Glasfelder über Beleuchtung oder Kies
  • Aluminiumprofile als verbindendes Raster
  • Stein im Aussenbereich und ähnliche Oberflächen im Innenraum
  • Revisionsfelder mit herausnehmbaren Elementen
  • gestalterische Übergänge zu Pergolen oder Fassaden

Jedes Material muss konstruktiv eigenständig betrachtet werden.

Bei begehbarem Glas sind insbesondere Glasaufbau, Lagerung, Resttragfähigkeit und Rutschhemmung zu bemessen. Die BFU weist bei Glasbauteilen auf Verletzungs-, Absturz- und Rutschrisiken hin.

BFU – Sicheres Bauen mit Glas

Vorteile einer modularen Aluminiumkonstruktion

Eine modulare Aluminium-Unterkonstruktion kann bei Terrassen über Abdichtungen folgende Vorteile bieten:

  • präzise Geometrie
  • kontrollierte Aufbauhöhe
  • Feuchtigkeitsbeständigkeit
  • klare Lastführung
  • Kombination verschiedener Beläge
  • gerade sichtbare Fugen
  • mögliche Revisionszugänge
  • definierte Randabschlüsse
  • Anpassung an unebene Untergründe
  • hochwertige Gestaltung

Diese Vorteile gelten nicht automatisch für jedes Projekt. Entscheidend sind Planung, Dimensionierung und fachgerechte Ausführung.

Vorteile für Architekten und Planer

Für Architekten und Fachplaner liegt der Mehrwert vor allem in der frühzeitigen Koordination von Technik und Gestaltung.

Das System ermöglicht:

  • definierte Fugenraster
  • Abstimmung auf Fassadenachsen
  • Planung schwellenarmer Übergänge
  • Kombination mehrerer Materialien
  • Integration von Glasfeldern
  • kontrollierte Randdetails
  • planbare Revisionsbereiche
  • hochwertige Innen-Aussen-Übergänge
  • sichtbare Aluminiumlinien
  • projektbezogene Sonderlösungen

Je früher der Bodenaufbau berücksichtigt wird, desto besser lassen sich Konflikte mit Abdichtung, Türen, Fassaden und Entwässerung vermeiden.

Vorteile für Abdichter und ausführende Fachbetriebe

Für ausführende Unternehmen ist eine klare Trennung der Verantwortungsbereiche wichtig.

Die Planung sollte eindeutig festlegen:

  • Wer erstellt die Abdichtung?
  • Wer schützt die Abdichtung?
  • Wer definiert die Auflagerpunkte?
  • Wer prüft die Tragfähigkeit?
  • Wer plant die Entwässerung?
  • Wer stellt die Türanschlüsse her?
  • Wer montiert die Unterkonstruktion?
  • Wer kontrolliert die Abläufe?
  • Wer ist für Randprofile zuständig?
  • Wer dokumentiert die fertige Ausführung?

Eine technisch gute Systemlösung ersetzt keine Schnittstellenkoordination.

Typische Planungsfehler

Der Oberbelag wird vor der Abdichtung geplant

Format, Raster und Aufbauhöhe werden festgelegt, ohne die wasserführende Ebene ausreichend zu berücksichtigen.

Offene Fugen werden als vollständige Entwässerung betrachtet

Wasser kann unter den Belag gelangen, aber nicht kontrolliert abfliessen.

Abläufe werden überbaut

Reinigung und Wartung sind später nur mit grossem Aufwand möglich.

Stellfüsse belasten die Abdichtung punktuell

Schutz- und Lastverteilungsschichten fehlen.

Türanschlüsse sind zu niedrig

Der Oberbelag wird angehoben, ohne Abdichtung und Schlagregenschutz anzupassen.

Auflagerabstände werden geschätzt

Belag und Profile werden nicht ausreichend unterstützt.

Randdetails werden erst auf der Baustelle gelöst

Es entstehen technische Schwachstellen und unruhige Abschlüsse.

Materialbewegungen werden nicht berücksichtigt

Aluminium, WPC und Stein werden starr miteinander verbunden.

Gefälle und Höhen werden nicht vollständig vermessen

Lokale Hochpunkte oder Gegengefälle bleiben unentdeckt.

Revisionszugänge fehlen

Abläufe und Rinnen können später nicht gereinigt werden.

Planungscheckliste

Vor Ausführung eines Terrassenbelags über einer Abdichtung sollten mindestens folgende Punkte geklärt sein:

  1. Wie ist der tragende Untergrund aufgebaut?
  2. Welche Abdichtung ist vorgesehen?
  3. Wo verläuft die wasserführende Ebene?
  4. Welches Gefälle ist vorhanden?
  5. Wo befinden sich Abläufe und Rinnen?
  6. Wie wird die Abdichtung geschützt?
  7. Welche Aufbauhöhe steht zur Verfügung?
  8. Welche Beläge sollen eingesetzt werden?
  9. Welche Auflagerabstände sind zulässig?
  10. Welche Lasten sind zu erwarten?
  11. Wie werden Punktlasten verteilt?
  12. Wie werden Türanschlüsse ausgebildet?
  13. Wie werden Fassadenanschlüsse geschützt?
  14. Welche Randprofile sind erforderlich?
  15. Welche Materialbewegungen müssen aufgenommen werden?
  16. Welche Bereiche müssen revisionsfähig bleiben?
  17. Wie erfolgt die Reinigung unter dem Belag?
  18. Welche Anforderungen bestehen an die Rutschhemmung?
  19. Welche Normen und Herstellervorgaben gelten?
  20. Wer koordiniert die beteiligten Gewerke?

Fazit

Ein Terrassenbelag über einer Abdichtung muss als mehrschichtiges technisches System geplant werden. Der sichtbare Belag, die Aluminium-Unterkonstruktion, die Auflager, der Schutz der Abdichtung und die Wasserführung erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Das LOTTERS Aluminium-Bodensystem ermöglicht die Kombination von Feinsteinzeug, WPC und begehbarem Sicherheitsglas. Gerade, schmale Aluminiumfugen machen die Konstruktion teilweise sichtbar und verbinden technische Funktion mit einer präzisen architektonischen Gestaltung.

Das System ersetzt jedoch keine Bauwerksabdichtung. Abdichtung, Gefälle, Entwässerung, Tragfähigkeit und Anschlussdetails müssen projektbezogen durch die verantwortlichen Fachpersonen geplant und geprüft werden.

Weitere Informationen:

LOTTERS Aluminium-Bodensystem

Häufig gestellte Fragen

Ersetzt ein Terrassenbelag die Abdichtung?

Nein. Der Terrassenbelag bildet die sichtbare Nutzfläche. Die Bauwerksabdichtung muss als eigenständige Ebene geplant und ausgeführt werden.

Darf Wasser durch die Fugen unter den Belag gelangen?

Bei einem offenen Aufbau ist dies grundsätzlich vorgesehen. Das Wasser muss unterhalb des Belags auf einer geeigneten Ebene aufgenommen und kontrolliert abgeführt werden.

Können Stellfüsse direkt auf die Abdichtung gestellt werden?

Das hängt vom Abdichtungssystem, der Belastung und der Aufstandsfläche ab. Häufig sind Schutz- oder Lastverteilungslagen notwendig.

Können Feinsteinzeugplatten über einer Abdichtung verlegt werden?

Ja, sofern Unterkonstruktion, Auflagerabstände, Plattenformat, Belastung und Wasserführung aufeinander abgestimmt sind.

Ist WPC über einer Abdichtung möglich?

Ja. Hinterlüftung, Entwässerung, Ausdehnung und Befestigung müssen jedoch technisch berücksichtigt werden.

Muss der Oberbelag dasselbe Gefälle wie die Abdichtung besitzen?

Nicht zwingend. Entscheidend ist, dass alle wasserführenden Ebenen technisch funktionieren. Die konkrete Lösung muss projektspezifisch geplant werden.

Wie bleiben Abläufe zugänglich?

Durch herausnehmbare Platten, demontierbare Dielen, Revisionsfelder oder lösbare Randprofile.

Ist das LOTTERS-System selbst wasserdicht?

Das LOTTERS-System führt Wasser innerhalb des vorgesehenen Bodenaufbaus. Es ersetzt jedoch keine Bauwerksabdichtung.

©Efir GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

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